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Road Trip

23. April 2012

Ich war am Meer!

Über Ostern brachte mich ein spontaner Road Trip nach Italien. Wir schliefen im Auto, kochten auf dem Benzinkochen Kaffee, Couscous, Artischocken, Pasta und grillierten Auberginen, wir wuschen die Haare mit Mineralwasser und als ich am Montag nach Hause kam, sah ich aus wie Ronja Räubertochter. Ein herrliches Gefühl!

Passend zu unserem Abenteuer an der ligurischen Küste las ich den Roman Damals, am Meer von Marco Balzano. Es ist die Geschichte von einem Grossvater, seinem Sohn und seinem Enkel, die zum allerletzten Mal gemeinsam von Mailand ans Meer fahren, um die alte Wohnung zu verkaufen.  Der Schreibstil gleicht der Beschaffenheit der italienischen Strassen: manchmal anstrengend und holprig, dann plötzlich wieder besser. Ein ständiger Wechsel, der Spass macht, denn er erinnert an Ferien.

Dazu passt übrigens eine Tasse guter italienischer Kaffee. Am liebsten für 1 Euro an einer Autobahn-Raststätte…

Freitags-Füller

13. April 2012

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Die Idee des Freitags-Füller stammt von Barbara. Jeden Freitag schreibt sie einige Satzfragmente, die man für sich selbst beantworten & posten kann. Ich mag die Idee und werde da in Zukunft bestimmt regelmässig mitmachen.

1. Wenn man es mal schafft, morgens rechtzeitig aufzustehen, dann würde es für eine grosse Tasse Kaffee reichen.

2.  Mein Lesesessel ist grün.

3.  Geschwindigkeit mag ich ebenso wie das Ruhige & Gelassene.

4.  Heute Morgen schrieb ich auf dem Weg zur Arbeit zwei SMS.

5.  Ein Kurzurlaub ist so viel schöner und inspirierender  als 2 Wochen All-inclusive-Strandferien.

6. Einen  vollbepackten Teller bei Tibits hatte ich gestern zum Abendessen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf das Konzert von Shirley Grimes in Solothurn, morgen habe ich einen Nachmittag an der Künstlerbörse in Thun geplant und Sonntag möchte ich einfach ausschlafen und lesen !

Pic.

Rainy Day Journal

12. April 2012

gelesen: Damals, am Meer von Marco Belzano
gegessen: Cornflakes, Salat, Tomaten, Kiwi, Ben&Jerry, Pumpernickel
gewünscht: Sonnenschein
gelacht: frühmorgens über zwei übermütige Katzen
geschrieben: Notizen, zwei Kurzmitteilungen, eine Email
gesehen: Regenschirme, Regenjacken, Regenstiefel
gedacht: an den Italien-Roadtrip vom letzten Wochenende

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Frohe Ostern!

5. April 2012

Ich wünsche euch allen ein wunderbares Osterwochenende, Geduld beim Eiersuchen und vor allem auch Zeit für euch, zum Lesen und was immer sonst  noch ansteht!

ich lese, ich las

4. April 2012

Ich las Accabadora von Michela Murgia.

Ich lese Anatomie einer Affäre von Anne Enright.

Nachholbedarf

4. April 2012

Es herrscht hier definitiv Rezensions-Nachholbedarf!

Das Glück geht aus – Sonja Heiss

Das kleine Büchlein hatte ich vor allem wegen dem abgenutzten Plüschirgendwas auf dem Cover gekauft. Auch wegen dem ungewohnten Titel. Das Glück geht aus. Ja, wie jetzt? Geht es mit Freunden was trinken oder ist nichts mehr übrig? Würde grammatikalisch ja beides stimmen…
Als ich die ersten paar Seiten gelesen hatte, war ich bereits mitten drin in der Geschichte und nach weiteren zwei, drei Seiten war sie zu Ende. Kurzgeschichten und kein Roman, wie angenommen!
Zuerst war ich ein wenig enttäuscht. Ich bin zwar ein grosser Kurzgeschichtenfan, doch die erste Geschichte über eine Vater-Tochter-Beziehung war so gut, dass sie echt noch 100 Seiten hätte andauern können. Ich las trotzdem weiter und brauchte vor jeder neuen Überschrift eine Pause.
Sonja Heiss packt in wenige Seiten so viel, wie andere Autoren in kiloschwere Wälzer. Da muss man erst mal verschnaufen. Sie erzählt in einem frischen Ton, sie schaut kritisch und verliebt in die Welt. Diese Mischung macht’s aus, dass ich das Büchlein ins Herz geschlossen habe.

Sommertöchter – Lisa-Maria Seydlitz

Der Bücherfrühling bringt echt viele schöne Neuheiten mit sich. Eine davon ist der Roman Sommertöchter von der jungen deutschen Autorin Lisa-Maria Seydlitz. Mit viel Feingefühl erzählt sie vom Damals und Heute einer jungen Frau, die viel erlebt hat und das Leben trotzdem oder gerade deswegen liebt.
Ein anonym verschicktes Foto bringt Juno nach Nordfrankreich, sie schliesst Freundschaften, sie erinnert sich, wird traurig, lebt auf. Gegenwart und Vergangenheit werden so gut verschachtelt, dass man den Zeitsprung manchmal gar nicht bemerkt. Die Autorin liebt das Detail und sie scheut sich nicht, in einem ganzen Absatz nur über etwas scheinbar Unwichtiges zu schreiben, wie beispielsweise über den Wind, der durch den Garten weht.

Die Liebesangst – Anne B. Ragde

Ein gelber Kleber auf dem Cover hat mich davor gewarnt, dass man nicht prüde sein darf, wenn man dieses Buch liest. Prüde? Nein, als prüde würde ich mich nicht bezeichnen. Also nahm das Buch mit nach Hause, besonders auch, weil mir die Autorin von einer lieben Freundin empfohlen worden war.
Geschrieben ist die Geschichte wirklich gut, das kann sie echt, die Frau Ragde. Aber bereits nach zwei, drei Kapiteln musste ich ständig an den gelben Kleber denken. Bettszenen wurden mir Wort für Wort an den Kopf geworfen, die sexuellen Vorlieben der Hauptfigur, einer 38jährigen Frau, bis ins klitzekleinste Detail erklärt. Ich kämpfte mich durch die Seiten und feuchte Bettlaken und versuchte manchmal, ein paar Zeilen zu überlesen. Hätte ich damit begonnen, hätte ich das Buch gleich zur Seite legen können, denn Sexszenen in Liebesangst zu überlesen ist etwa so realitätsnah wie beim Emmentaler nur die Löcher zu essen. Das Buch war und ist nichts für mich, wahrscheinlich bin ich doch zu prüde. Wer weiss.

Das Regenmädchen – Gabi Kreslehner

Den Krimi der österreichischen Autorin habe ich in einem Tag gelesen. Morgens im Zug habe ich damit begonnen, in der Kaffeepause, am Mittag, auf dem Nachhauseweg weitergelesen und abends im Bett dann die letzte Seite umgeblättert.
Gabi Kreslehner spielt mit Perspektivenwechsel und klar gezeichneten Figuren. Sie weiss den Leser in die Irre zu führen und holt ihn auf sanfte Art wieder auf die richtige Spur. Kurzum ein toller Erstling! Ich freue mich auf weitere Bücher von ihr.

Der Brandstifter – Jane Casey

Vier Frauen hat er bereits auf dem Gewissen, der brutale Killer, der seine Opfer erst zu Tode prügelt und ihre Körper dann in abgelegenen Winkeln Londons zur Unkenntlichkeit verbrennt. Detective Constable Maeve Kerrigan ist Teil des Ermittlerteams, das den Täter zur Strecke bringen soll. Doch wie findet man einen Mörder, den niemand je zu Gesicht bekommen hat? Und der jede Spur hinter sich in Asche legt?

Kombiniert man eine sympathische Ermittlerin mit einigen Verstrickungen, Verdächtigungen und undurchschaubaren Figuren, so kommt ein 600-seitiges Lesevergnügen heraus, das ich unbedingt empfehlen kann!

34 Meter über dem Meer – Annika Reich

Die junge und verträumte Ella Rot und der schrullige alte Horowitz wagen ein Experiment: sie tauschen die Wohnung. 6 Zimmer Altbauwohnung in Charlottenburg gegen eine kleine Studentenbude. So komisch die Idee auch ist, die beiden haben nichts zu verlieren. Horowitz ist ein gescheiterter Meeresforscher, Ella hat soeben das Studium beendet, sich zum ersten Mal richtig verliebt und beginnt bald mit ihrem ersten Job bei einem Radiosender.
Es ist eine Geschichte über das alltägliche (Un-)Glück, das Traurigsein, das Übersichselbstlachen. Über Eigenheiten, Melancholie und die (Un-)Möglichkeit, im Leben immer das Richtige zu tun.
34 Meter über Meer hat Lieblingsbuchpotential, es ist eine Liebesgeschichte und doch keine. Und wenn doch, dann eine an das Leben und seine komischen Einfälle.

Noch ein Tag und eine Nacht – Fabio Volo

Giacomo liebt die Frauen. Und deshalb will er sich auch nicht zwischen ihnen entscheiden. Er kennt die Vorzüge und Mängel seiner Ex- und aktuellen Freundinnen und er weiss, wie er sich aus der Affäre, bzw. der Beziehung zieht, wenn er keine Lust mehr darauf hat. Dies geht solange schief, bis es noch schiefer geht. Er entscheidet sich nämlich, einer Unbekannten nach New York hinterher zu fliegen. Dies tut er ohne Garantie auf ein Treffen, ohne zu wissen, wo genau er nach ihr suchen muss.
Was nach kitschigem Liebesroman tönt, ist vielmehr eine raffinierte Geschichte, die mich manchmal aufhorchen, nachdenken und vor allem auch herzhaft lachen liess.
Noch ein Tag und eine Nacht
gehört unbedingt ins Gepäck für das Osterwochenende!

Bscene ’12

27. März 2012

Reportage für tink.ch

Bereits zum sechzehnten Mal spielen 60 einheimische Bands aus allen Sparten auf 10 verschiedenen Bühnen. Die beiden Abende sind gefüllt mit explosiven, bunt schillernden Auftritten. Man hat die Qual der Wahl, denn etliche Bands sind absolute Leckerbissen aus der jungen Musikküche.

Es sind nicht die grossen Künstler oder die überfüllten Clubs, die das BScene so besonders machen. Vielmehr sind es die kleinen Bars, die motivierten, oftmals noch eher unbekannten Bands und die Art und Weise, wie ganz Basel zusammen Kultur feiert.

Es ist kurz vor halb 10, man raucht die Zigarette fertig, begrüsst Bekannte mit Küsschen hier und Handschlag da, holt sich ein Bier oder lässt sich eines holen und sucht sich anschliessend seinen Platz in der überschaubaren 8-Bar.
Das erste Konzert spielen heute The Triad. Auch wir bestellen uns ein Bier und stützen unsere Ellenbogen auf die Theke. Rockmusik und Bier haben schliesslich schon zu Zeiten von Led Zeppelin wunderbar harmoniert. Die rockigen Klänge umhüllen uns, wir plaudern, lauschen, wippen mit.
Die Musik ist intensiv und entspannend, präsent und dennoch nicht aufdringlich. Längere Instrumentalteile lassen uns abschweifen, die gut platzierten Gesangparts holen uns zurück und ziehen mit. Auf meinem Programmheft umrahme ich diesen Auftritt dreifach und füge gedanklich ein „perfekter Start in einen perfekten Abend“ hinzu.

Von der Rheingasse geht es weiter ins Sudhaus. Bscene mit dem Fahrrad ist unbedingt zu empfehlen. Damit ist man spontan, mobil und vor allem schnell im nächsten Club.
Dexter Doom & the Loveboat Orchestra bieten eine grossartige Bühnenshow im Sud. Der Leadsänger ist ein geborener Entertainer, auch wenn er nach der Halbzeit an der Bar steht, sich einen Drink gönnt und mit dem Barkeeper Sprüche klopft.
Das erste Ska-Stück erinnert mit arabischen Klängen an Mani Matters Sidi Abdel Assar. Auch spätere Stücke lassen an Aristocats oder Affenkönig King Louis aus dem Dschungelbuch denken. Die Band ist von Anfang an voll da, begeistert mit Lautstärke und Virtuosität. Die Texte versteht man kaum, was aber nicht weiter stört, denn wichtig ist die Festivalstimmung. Und die kommt hier definitiv auf: Schulter drückt sich an Schulter, Weingläser schwappen über, alle tanzen und stehen einander auf die Füsse.
Die Luft ist angenehm kühl, als wir das Grand Café verlassen. Die Klänge der vielen Holzbläser hallen in unseren Ohren nach, die Körper sind voller Musik.

Im Volkshaus erwartet uns bester Reggae, ein tanzbegeistertes Publikum und ein gemütlicher Innenhof, wo man kurz auslüften und ohne zu schreien kommunizieren kann.
Dutchie Golds Dreadlocks in der Länge meines Armes sind beeindruckend und kombiniert mit einem leicht unkontrollierten Tanzschritt und einer rauen Stimme setzt sich mein Bild von einer stimmigen Reggaenacht zusammen.
Die wippenden Klänge und die Ruhe, die The Dubby Conquerors ausstrahlen, sind eine angenehme Abwechslung zum virtuosen Auftritt von gerade eben. Die wechselnden Frontsänger wissen das Publikum mitzureissen, niemand scheint hier müde zu werden.

In der Kaserne wollen wir den Abend ausklingen lassen. Doch weit gefehlt: Hier rasen Herz und Musik im Gleichschlag. I Heart Sharks ziehen das Publikum zu später Stunde in ihren Bann, der Boden bebt und das Adrenalin steigt.
Als die Nacht zu Ende geht, schmerzen die Füsse, plötzlich ist man doch müde, aber vor allem auch glücklich, weil es morgen wieder heisst: BScene. Bthere!

Ja zum Buch

3. März 2012

An all diejenigen, die ihren Stimmzettel noch nicht ausgefüllt und abgeschickt haben:
Ein JA zur Buchpreisbindung wäre sehr freundlich!

(Und wer noch nicht überzeugt ist oder überzeugt werden möchte, der soll sich doch bitte melden…)

Ein geschenkter Tag

24. Januar 2012

Am Sonntag habe ich mich nach einem ausgedehnten Frühstück mit einem Buch, einer Tasse Tee und einer flauschigen Decke aufs Sofa gesetzt. Das wohlige Gefühl nach dem Ausschlafen wollte ich noch ein wenig länger beibehalten und so blieb ich bis zur Dämmerung sitzen und genoss es einfach, Zeit zum Lesen zu haben.
Ein geschenkter Tag von Anna Gavalda ist eine Geschichte über eine junge Frau, ihre Familie und die Schönheit des Unterwegsseins, in die man sich am liebsten einkuscheln würde. Alles ist très français, was mir wirklich gut gefällt und zu einem faulen Sonntagnachmittag passt.

Doch eines noch:
Chère Anna, bitte sei doch das nächste Mal längenmässig etwas grosszügiger. Ich hätte gerne noch einige Seiten mehr gelesen…

 

Der Kontrabass

19. Januar 2012

Patrick Süskind kennt man vor allem durch seinen Weltbestseller Das Parfum. Für mich war es schon immer toll, auch andere Bücher von Autoren zu lesen, die durch ein einziges Buch bekannt wurden. So kenne ich von Süskind bereits Die Taube (eine Novelle über einen Herrn, dessen Leben durch eine einzige Begebenheit völlig aus dem Ruder läuft. Wirklich lesenswert!) und seit kurzem nun auch den Kontrabass.

Das Buch ist ein Monolog eines 35-jährigen Kontrabassisten, der dem Zuhörer einen Vortrag über sein Instrument hält und wie er zum Kontrabassspiel kam. Das Stück wurde in den 80er Jahren auf den deutschsprachigen Bühnen auf und ab gespielt und war ein grosser Erfolg. Wer das Parfum kennt, weiss, dass Süskind sprachliches Finggerspitzengefühl hat und jedes Wort in seinen Texten am richtigen Platz steht – so als ob es nirgendwo anders hingehören könnte. Als Musikbegeisterte habe ich dieses Buch in einem Zug durchgelesen und ich werde es in ein paar Monaten nochmals tun. Denn was Süskind auf diesen 100 Seiten bietet, ist einfach fantastisch!

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